Koppel & Schwartz

Letz fiel mir wieder ein, dass ich mir mal vorgenommen hatte, mindestens einmal im Jahr das Buch 'Tuesdays with Morrie ' von Mitch Albom zu lesen. Weil es so ziemlich das Beste und Bewegendste ist, was ich je gelesen habe. ('The Five People You Meet In Heaven', ebenfalls von Albom, ist im selben Maße zu empfehlen.) Und bevor ich es jetzt mal wieder verleihen werde habe ich es nochmal zügig durchgelesen.

 Und eigentlich war ich vorhin nur auf der Suche nach einem Bild von Morrie Schwartz, als ich auf die an sicht recht naheliegende Idee kam, nach den Videos von Gesprächen zwischen Schwartz und Ted Koppel zu suchen, die auch im Buch immer wieder ihren Platz finden.

Und was soll sagen. Es ist zum Heulen. Wie das Buch.

 

 

24.10.09 23:35


Werbung


Die Geschichte

Ich behaupte ja regelmäßig zum Start eines neuen Semesters, dass „wir damals nicht so waren“. Das ist eigentlich immer zumindest leicht ironisch gemeint, der Ersti an sich muss ja nun mal sein Fett abkriegen (genau so wie das in der ersten und später in der fünften Klasse schon stattfand). Dennoch häuft sich die Wahrnehmung, dass Trauben von neuen Studierenden grundsätzlich Wege blockieren (an der LMU sehr beliebt: Die Gänge vor dem AudiMax) und überwiegend leicht dümmliche Fragen stellen. Wir waren damals nicht so.

Und seit gestern glaube ich zumindest zu ahnen, warum wir nicht so waren. Weil wir uns das nicht erlauben konnten/können.

Gestern also die erste Sitzung des Proseminars „Aufklärung im europäischen Vergleich“, klassischerweise eine Veranstaltung für Lehramtsstudierende auch des ersten Semesters, dementsprechend lag der Altersdurchschnitt bei ca. 20 und ich als Student im Hauptstudium kam mir etwas alt vor. Aber das wollte ich ja so, das ist auch nicht schlimm an sich.

Aber, liebe Leute. Was der Großteil der 20 weitere Mitglieder da gestern ablieferte war ernüchternd bis erschreckend. Das Vorurteil, dass es keine dumme Fragen gäbe ist gestern hinreichend widerlegt worden. Ich hab noch nie einen so unselbstständigen Haufen an jungen Erwachsenen gesehen, wenn das die Elite von heute ist muss uns das zurecht bedenklich stimmen.

  • wenn auf dem Infozettel des Dozenten steht, welche Bücher man zu lesen hat, und dies in einer Form, die einer korrekten Bibliographie entspricht, dann frage ich nicht, ob ich die ISBN dazu haben kann. Und wenn mein Nachbar, den man vorher schon lange darüber ausgefragt hat, was er so studiert (dass er dieses Ausfragespielchen auch nur ungern betrieb blieb ebenfalls unbemerkt), bei die Frage etwas ungläubig vor sich her murmelt „Mein Gott, alles Relevante steht doch auf dem scheiß Zettel drauf“, dann belehre ich ihn nicht insofern, dass „das schon nicht so einfach ist, ohne ISBN das richtige Buch zu finden.“

  • wenn der Dozent fragt, warum man denn gerade in seinem Kurs gelandet ist, ist es vielleicht nicht die diplomatischste, aber zumindest die ehrlichste Antwort, dass man dringend den Schein braucht und der Kurs auch nur dritte Wahl war. Nach zwei Jahren weiß ich mittlerweile Dozenten nach kurzer Zeit so gut einzuschätzen, um zu wissen ob sie damit umgehen können oder nicht. Dinge, die nicht nicht hören will umfassen Erklärungen epischer Breite, warum X letztens aus der Kirche austrat (natürlich gegen den Willen der Mama) und nun gerne auch hier Argumente dafür finden würde. Oder die Tatsache, wie toll der Relilehrer ist, der das damals in der Schule durch nahmmm („ der Unterricht war eher so ne Mischung aus Deutsch und Philosophie), und wie schlimm das wurde, als der neue Direktor kam, weil der wollte „dass Reli auch eher so relimäßig ist“, und dass man dann wieder „irgendwas mit Afrika“ machen musste. Bewegende Story, aber wer will das hören.

  • Wenn es um Abwesenheit gibt (maximal zweimal, entschuldigt, totaler Standard, zumindest an der LMU), dann will ich mir nicht anhören müssen, wie fies das sei, „stell Dir mal vor, zweimal bin ich krank, und dann heiratet noch einmal mein Bruder“ (me: „an nem Donnerstag O.o?“ ). Das ist einfach so. Wir sind an der Uni. Ist das noch nicht angekommen? Und wenn dann die nächste anfängt, dass sie ja schon fertige Lehrerin sei (wie das sein kann ist mir vollkommen schleierhaft) und man wisse ja, wie das so sei, dann kommen mal wieder Eltern und wollen was wissen, und flugs hat man das Seminar verpasst, vielleicht mehr als zweimal. Also sorry, sowas Hirnverbranntes hab ich ja lange nicht mehr gehört.

  • Wenn es um die Klausur geht, die geschrieben wird, dann zeugt es nicht gerade von Reife, wenn man sich meldet um anzumerken, dass man ja in einer Geschichtsvorlesung auch noch eine Klausur zu schreiben habe, dazu käme ja noch [insert random language] und Latein, das sei ja wohl ein bisschen viel. Wow.

  • Das ließe sich durchaus noch mit einigen Dingen fortführen, aber ich glaube, dass verstanden wird, was ich sagen möchte

Eine Sache ist mir aber ebenfalls aufgefallen, und vielleicht erklärt sie obige Begebenheiten: Die Stimmung während dieser drei Stunden war so locker, freundschaftlich (fast schon kollegial) und entspannt wie keine vergleichbare Veranstaltung, die ich bisher an der Uni besuchte. Dazu zwei Theorien: Das sind bis auf drei Ausnahmen alles Erstsemester, die haben den Ernst der Sache noch nicht verstanden.

Schöner aber, weil etwas komplexer: Es liegt am Studienfach. In Politikwissenschaft (und zu gleichem Ausmaß wohl auch in Jura) herrscht von Anfang ein purer Konkurrenzdruck. Man kommt in der ersten Stunde in ein Seminarraum rein, und wird erstmal erschlagen von Fachliteratur und -zeitungen, die da gelesen wird. Das war mir schon immer suspekt, weils einfach recht durchschaubar war und ist. Und auch sonst ist es ein ständiger Kampf darum, das bessere Referat zu halten, sich gehobener auszudrücken usw. Da geht es nicht um inhaltliche Dinge (das wäre ja vollkommen in Ordnung) sondern rein ums Blenden. (Ausnahmen bestätigen die Regel, es gibt auch durchaus äußerst nette Leute, die es einem erst ermöglichen, die anderen auszuhalten). Das Resultat ist aber meistens, dass man sich nicht meldet, nichts sagt um eben nicht unter das Niveau der anderen zu rutschen. Das ist einfach im Ergebnis die schlechteste Lösung, und zwar für alle.

Vielleicht liegt es auch am späteren Beruf. Wir wollen alle mal ganz tolle Diplomaten werden und wissen natürlich, dass wir dazu zu den ca. fünf besten Prozent des Studiums gehören müssen. Viel Platz für Zusammenarbeit bleibt da nicht.

Anders bei Geschichte, wo 90% auf Lehramt Gymnasium studieren: Die haben so gut wie alle (und ja, ich weiß dass das mittlerweile nicht mehr ganz so einfach ist) ihren Arbeitsplatz hinterher sicher, oder vermuten das zumindest. Das schafft natürlich ganz andere Voraussetzungen, was Zusammenarbeit und dumme Fragen angeht. Man muss sich nicht so sehr von anderen abgrenzen und kann es sich erlauben zu fragen, ob man denn so einen Englischtest mal probeweise während einer Seminarstunde schreiben könnte, damit alle wissen, worauf man sich einstellen muss. Ganz ehrlich, ich glaube wir wären im ersten Semester (zurecht, wie ich finde) ausgelacht worden.

Damit schließt sich auch der Kreis. Nicht „heute ist alles schlechter“ sondern „früher wars auch schon so, aber immerhin weiß ich jetzt, woran es liegen könnte, dass mir das nicht so aufgefallen ist.“.

Trotzdem freue ich mich einfach mal darauf, mit diesen teilweise mittelgroßen Dilettanten zu lernen und mir ihre Referate anzuhören. Das könnte erheiternd bis erschreckend werden, aber ich wünsche allen, dass sie das Semester nutzen um flügge zu werden. Sonst werden sie im Laufe der Jahre grob auf die Schnauze fallen. Oder auch nicht. Wer weiß, wie das in diesen Fächern so läuft.

 

 

23.10.09 11:56


Grüße nach Schottland V


 






 





 Besser als mit Alex' Blick kann man das ja eigentlich gar nicht beenden. Hoffe, ein wenig von all dem Lachen und Spaß des neuen Hauses rübergebracht zu haben.

20.10.09 12:34


20.10.09 12:17


Gruß nach Schottland III

Gruppe A (Team;Siege;Punkte)

  1. Steffen/Simon; 6:0; 18 Pkt

  2. Matthias/Thomas; 4:2; 12 Pkt

  3. David/Jakob; 2:4; 6 Pkt

  4. Lutz/Benedikt; 0:6; 0Pkt

Gruppe B (Team;Siege;Punkte)

  1. Lucas/Chris; 6:0; 18 Pkt

  2. Simon/Paul; 3:3; 9 Pkt

  3. Tiffany/Dani; 2:4; 6 Pkt

  4. Andre/Thomas; 1:5; 3 Pkt

Spiel um Platz 7

Lutz/Benedikt vs. Andre/Thomas: 6:10 / 4:10

Spiel um Platz 5

David/Jakob vs. Tiffany/Dani: 10:1 / 10:2

Spiel um Platz 3

Simon/Paul vs. Matthias/Thomas: 3:10 / 5:10


Halbfinale I

Steffen/Simon vs. Simon/Paul: 10:1 / 10:4

Halfinale II

Lucas/Chris vs. Matthias/Thomas: 10:6 / 10:8


Finale

Steffen/Simon vs. Lucas/Chris: 7:10 / 10:6 / 10:3

 

 

14.10.09 21:48


Träume und anderer Unsinn

Wenn ich mich bisher von einem – ich nenne es der Einfachheit halber mal Gedanken – Gedanken verabschieden musse, machte ich das meist auf radikalste Weise, durch Rückzug und Ablehnung des ursprünglichen Gedanken. Ich dachte immer, das wäre die beste, weil sauberste und klarste Lösung. Auch wenn das mal bis zu zwei Jahren dauerte, fiel mir nie wirklich auf, dass das gar nicht so stimmen konnte. Bis heute.

Ich muss mich verabschieden von einer Idee, und vielen Bildern, die mit ihr verbunden sind. Aber ich werde versuchen, nur die Ebene hinter mir zu lassen, an der ich nicht festhalten kann. Warum? Weil der andere, viel größere Teil verwirklicht werden kann. Und weil er diesen Versuch absolut wert ist.

Den Mangel an Konsequenz und Radikalität mag man nun 'Realismus' oder 'feig' nennen. Ich finde mich mutig

11.10.09 22:41


Gruß nach Schottland II

(Soll ich weitermachen?)

6.10.09 15:52


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]